ULRICH SCHNEIDER

Bonfeld – ein kleines Dorf bei Bad Rappenau im Landkreis Heilbronn – ist meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mein Abitur habe ich 1992 am Hohenstaufen-Gymnasium in Bad Wimpfen gemacht. Danach war ich 3 Monate in den USA um dann meinen Zivildienst bei der Arbeits- und Wohnstätten-GmbH Therapeutikum Heilbronn zu absolvieren. Die Arbeit dort mit psychisch Kranken Menschen in Werkstätten und Wohnheimen war für mich eine wichtige Erfahrung, von der ich heute noch profitiere. Auf diese Erfahrung greife ich auch heute noch zurück, wenn ich mich in meiner politischen Arbeit im Bundestag mit Freiwilligendiensten auseinandersetze und bin froh, dass die Zeit der Pflichtdienste für junge Männer in Deutschland seit 2011 endlich zu Ende ist!

 

Zum Studium ging ich nach Frankfurt am Main und studierte von 1993 bis 1998 Volkswirtschaftslehre an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. Neben den VWL-Fächern vertiefte ich Marketing und Wirtschaftsgeschichte und schrieb meine Diplomarbeit in vergleichender Volkswirtschaftslehre über den Einfluss der Kultur auf die Innovationsbereitschaft anhand eines Vergleichs zwischen Deutschland, den USA und Japan. Neben dem Studium arbeitete ich im Marketing des Bad Homburger Naturtextil-Versandhändlers Hess Natur.

 

Nach meinem Studium begann ich im Herbst 1998 meine Arbeit beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Zunächst in Stuttgart (1999) und Frankfurt (2001) in den Bereichen Organisation und Controlling. Seit 2003 arbeitete ich dort als selbständiger Eventmanager und Abteilungsleiter Organisation und Programm in Berlin (2003) und Hannover (2005) mit und seit dem Kölner Kirchentag (2007) war ich in der Geschäftsführung tätig. Auch beim Ökumenischen Kirchentag in München (2010) und beim evangelischen Kirchentag in Dresden (2011) war ich als Geschäftsführer mit dabei. Ich habe viele Städte und viele spannenden Menschen in dieser Zeit kennengelernt und ich habe durch meine Zuständigkeit für die Programmabteilung auch immer wieder interessante Erfahrungen für meine politische Arbeit gemacht.

 

Politisch ist meine Heimat immer Heilbronn und Baden-Württemberg geblieben.

 

Meine ersten politischen Schritte machte ich 1991 mit der Gründung der ersten Bürgerinitiative in Bonfeld gegen die Erschließung eines Gewerbegebiets, welches an den Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung “vorbeigeplant” war. Schon damals ging es mir darum, den Anliegen der Betroffenen Gehör zu verschaffen und diese mit in die kommunalen Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Es war ein Lernprozess für die verknöcherten Verwaltungsstrukturen aber auch für uns in der Bürgerinitiative. Das Gewerbegebiet haben wir nicht verhindert, aber wir haben Einfluss auf die Planungen und die Politik genommen.

 

Prägend war für mich der Bundestagswahlkampf 1998, in dem ich mich erstmals für die Grünen engagierte. Nach 16 Jahren Kohl war die erste Rot-Grüne Bundesregierung zum Greifen nahe und genau hier wollte ich mich einbringen. Für eine neue Politik und für eine soziale Gesellschaft.

 

Mein Eintritt bei Bündnis 90/Die Grünen nach der Bundestagswahl war für mich die logische Konsequenz. Maßgeblich für dieses parteipolitische Engagement war für mich eine Partei zu finden, die für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz in einer basisdemokratisch organisierten Struktur steht.

 

Ein weiterer Schwerpunkt für mich war schon immer die aktive Aus- und Mitgestaltung von Angeboten für Jugendliche. So engagierte ich mich bei zahlreichen kirchlichen Freizeiten und war Mitgründer und Vorsitzender des Römersee Kulturverein e.V. in Bad Rappenau, der sich die Planung und Durchführung eines Open Air Festivals von Jugendlichen für Jugendliche zur Aufgabe gemacht hat.

 

Seit 2000 bin ich zunächst Mitglied und später und bis heute Sprecher des Grünen Kreisverbands Heilbronn. Und seit 2004 war ich bis zu meinem Einzug in den Bundestag Mitglied im Stadtrat von Bad Rappenau. Das Kommunalpolitische Engagement hat mir großen Spaß gemacht und ich habe mein Mandat Ende 2011 (schweren Herzens) niedergelegt.

Neben meiner Arbeit im Finanz- und Verwaltungsausschuss und im Verwaltungsrat der Kur- und Klinikverwaltung in Bad Rappenau war es ab 2007 zum zweiten Mal eine Bürgerinitiative, die mein politisches Leben sehr geprägt hat. In dem in den 90er Jahren nicht verhinderten Gewerbegebiet sollte nach dem Willen der Gemeinderatsmehrheit eine Industrieansiedlung (Feuerverzinkerei) mit Lärm- und Schadstoffemissionen in direkter Ortsnähe erfolgen. Hier haben wir uns mit großem Erfolg gewehrt und Stadtverwaltung und Gemeinderatsstruktur gehörig aufgemischt.

 

Die Grüne Arbeit im Kreisverband Heilbronn war auch immer von Atomkraft und Energiepolitik geprägt. Heilbronn liegt genau in der Mitte zwischen den Atomkraftwerken in Obrigheim und Neckarwestheim und der Kampf gegen diese Risikoreaktoren war stets präsent.
Daneben ist es leider nicht erst seit Bekanntwerden der Nazimorde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NsU) im Herbst 2011 auch in Heilbronn und Umgebung immer wieder zu Naziaufmärschen gekommen. In Heilbronn wurde das erste Nationale Bündnis Westdeutschlands gegründet. Deshalb engagiere ich mich im Bündnis „Heilbronn stellt sich quer“ und mache den Kampf gegen Rechtsextremismus zu einem wichtigen Teil meiner politischen Arbeit – insbesondere in Heilbronn und Baden-Württemberg.

 

Nachdem ich 2005 und 2009 für den Deutschen Bundestag kandidiert habe, bin ich im Dezember 2011 für Till Seiler aus Konstanz nachgerückt. Ich war Sprecher für Jugendpolitik und Bürgerschaftliches Engagement und Mitglied im Familienausschuss und im Unterausschuss für Bürgerschaftliches Engagement. Der Einzug in den Bundestag kam für mich überraschend, aber ich habe mich sehr darüber gefreut und gerne die Chance ergriffen, an den politischen Grundlagen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen meines bisherigen Engagements zu arbeiten und mitzugestalten.

 

In meiner Arbeit als Abgeordneter wollte ich Jugendlichen eine Stimme geben und mit ihnen ins Gespräch kommen. Ich möchte nicht über sondern mit Jugendlichen über ihre Bedürfnisse reden. Jugendliche sollen ihr Leben eigenständig und emanzipiert gestalten können. Mein Ziel war es auch Engagement in allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten ermöglichen und fördern. Engagierten in Freiwilligendiensten, Vereinen, Stiftungen und vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen soll die Anerkennung zuteil werden, die sie für ihre großartige Arbeit verdient haben.

Dafür habe ich mich im Bundestag eingesetzt, mit vielen Reden, Anfragen und Initiativen. 2013 habe ich auf Listenplatz 12 in Baden-Württemberg für den Bundestag kandidiert. Leider hat es nicht gereicht, so dass ich am Ende der 17. Wahlperiode aus dem Bundestag ausgeschieden bin.

 

Vita

  • Seit Dezember 2011 Mitglied des Deutschen Bundestages,
    Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 
  • Sprecher für Jugendpolitik und bürgerschaftliches Engagement
  • Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Mitglied im Unterausschuss für bürgerschaftliches Engagement
  • Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung
    und Technologiefolgenabschätzung,

 

Geboren am 2. September 1972 in Sinsheim
Schulbildung – allg. Abitur am Hohenstaufen-Gymnasium Bad Wimpfen (1992)
Zivildienst – bei der Arbeits- und Wohnstätten GmbH Therapeutikum Heilbronn (1992/93)
Studienabschluss – Dipl. Volkswirt (1998)

 

Beruflich
Marketing Hess Naturtextilien, Bad Homburg
 
Mitarbeiter bei Deutschen Evangelischen und Ökumenischen Kichentagen seit 1998
in den Bereichen Controlling und Organisation
 
Berufsbegleitende Weiterbildung zum Europäischen Event-Manager an der
Europäischen Medien- und Eventakademie, Baden-Baden (2003 /2004)
 
Geschäftsführer beim 31. und 33. Deutschen Evangelischer Kirchentag in Köln 2009 /Dresden 2011
und beim Ökumensichen Kirchentag München 2010 (www.kirchentag.de)
 
Selbständiger Event-Manager seit 2003 (u.a. Mitarbeit bei der Weihe der Frauenkirche
Dresden 2005, beim EVA Jugendfestival Dresden 2008 und bei der Vollversammlung des Lutherischen
Weltbundes in Stuttgart 2010)
 
Mitglied des Deutschen Bundestages, Fraktion Bündnis ’90/die Grünen, Sprecher für
Jugend und Engagementpolitik (seit 7. Dezember 2011)

 

Politisch
Sprecher Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen Heilbronn seit 2000
Mitglied im Gemeinderat in Bad Rappenau 2004-2011 (Grün Alternative Liste), Fraktionsvorsitzender seit 2009
Mitglied im Parteitagspräsidium bei verschiedenen Landesdelegiertenkonferenzen von Bündnis 90/die Grünen seit 2004
Regelmäßig Delegierter auf Bundesdelegiertenkonferenzen Bündnis 90/die Grünen

Bundestagswahl 2005:
Bundestagskandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Heilbronn (Nr. 267)

Bundestagswahl 2009:
Bundestagskandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Heilbronn (Nr. 267)
und Landesliste Baden Württemberg, Platz 18

07. Dezember 2011:
Eintritt in den Bundestag für den durch Verzicht ausgeschiedenen
Abgeordneten Till Seiler, Bündnis 90/Die Grünen

Bundestagswahl 2013:
Bundestagskandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Heilbronn (Nr. 267)
und Landesliste Baden Württemberg, Platz 12

Ehrenamtlich

Vorsitzender Römersee Kulturverein e.V. (www.roemersee.de) in Bad Rappenau
(2001 bis 2006)

Vorsitzender der Bürgerinitiative Buchäcker e.V. (www.bi-buchaecker.de)
in Bonfeld seit 2008

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